Wulfstorf

Die ersten Zeugen der menschlichen Kultur sind für Wulfstorf die beiden bronzezeitlichen Gräberfelder, einmal am Hang des Peperberges im Norden, zum anderen am West-Hang des Bodderberges im Osten. Aus dieser Lage an der Hangneigung in Richtung des Dorfes ist davon aus zugehen, dass der Siedlungsplatz der hier Begrabenen mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Nähe des heutigen Ortskerns zu suchen ist. Ein kulturelles Zeugnis der Vor-Christlichen Zeit ist auch der „Weiße Stein“ in der Witfrau, etwa 1 km westlich, kurz vor dem Elbe-Seiten Kanal.

Die früheste Erwähnung des Dorfes findet sich in dem Besitz-Register des Klosters Corcey unter den Namen „Wulfheristhorpe“ an erster Stelle in dem § 151 aus dem Jahr 822. Hierbei handelt es sich um Hohen Wulfstorf, etwa 2 km nördlich des jetzigen „Nieder Wulfstorf“ gelegen, das schon im 14ten Jahrhundert wüst geworden ist.

Die erste Wulfstorf betreffende Urkunde ist aus dem Jahre 1310. Sie belegt den Besitz eines Hofes in Hohen Wulfstorf bei dem Kloster St. Michaelis in Lüneburg. Insgesamt sind dort 3 Höfe nachzuweisen.
Das jetzige Nieder Wulfstorf ist um 1150 als Rundling mit 6 Höfen und slawisch – wendischer Bevölkerung gegründet, es war kirchlich bis in das 15te Jahrhundert in Vastorf eingemeindet.

Somit besteht Wulfstorf aus 2 Dörfern, dazu gehören noch weitere Flächen von den wüsten Dörfern Köstorf und Ubeke. Die gesamte Feldmark hat eine Größe von 721 ha. Bereits seit 1342 war das Geschlecht „von dem Berge“ von den Landesherrn mit dem Dorf belehnt worden, nach dem Tode des letzten männlichen Angehörigen im Jahre 1623 fiel dies Lehn als „erledigt“ an den Herzog zurück.

Das für die Verwaltung zuständige Amt war bis 1741 das Amt Garze, dass danach zu dem Amt Bleckede gelegt wurde. 1794 war es das Amt Lüne, das 1885 in den Landkreis Lüneburg überging. Im Zuge der letzten Gebietsreform, 1972, hatte sich die damalige Gemeindeversammlung einstimmig für die Eingliederung in die Gemeinde Bienenbüttel entschieden.

Im Jahre 1840 wurden noch fast 500 ha Heide ausgewiesen, die jetzt aber ganz verschwunden ist, dafür beträgt der Waldanteil 2/3 der Gesamtfläche.

Die größte Veränderung in dem Landschaftsbild brachte der im Jahre 1976 fertig gestellte Elbe-Seiten Kanal, der mit einer Länge von 3740m und 625000 cbm Wasser, sowie einer Anlegestelle zu einen Anziehungspunkt für unzählige Wanderer und Urlauber geworden ist. Eine aus dem Jahre 1844 bestehende Schmiede stellte ihren Betrieb 1960 ein. Eine Pension mit Kaffeegarten, die schon vor dem 1. Weltkrieg bestand, wurde 2001 infolge eines fehlenden Nachfolgers aufgegeben. Von den in den Jahren 1633 – 1935 bestehenden Höfen mit einer Größe von fast 225 – 250 ha wird noch einer bewirtschaftet. Ein weiterer, kleinerer, Hof, bessert sein Einkommen durch Erbringung von Dienstleistungen für Dritte auf.

Somit finden nur noch 3 Einwohner Arbeit und Auskommen im Ort.
Die Einwohner, ob alt oder jung, pflegen eine nur noch sehr selten anzutreffende Dorfgemeinschaft.

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Einwohnerzahlentwicklung

1823 52
1848 70
1880 78
1932 50
1949/50 156/98
2004 84