Wichmannsburg

Wichmannsburg, idyllisch im Tal der Ilmenau gelegen, grenzt direkt an den südöstlichen Rand des Kernortes der Gemeinde.
Geprägt wird der Ort auch heute noch durch seine weitläufige Wiesenlandschaft, die durch eine Vielzahl kleinerer Zuläufe zur Ilmenau durchzogen ist.

Konzentrierte sich früher der Ortskern auf die unmittelbare Umgebung der alten Kirche, erfolgte im Laufe gerade des 20.Jahrhunderts eine Entwicklung hin zum Reihendorf entlang der heutigen Kreisstraße 1, die sich an den Verlauf der Ilmenau angepasst hat. Durch Neubaugebiete Sandberg I + II in Richtung Hohnstorf wurde der Ort erheblich erweitert.

Der alte Ortskern ist jedoch noch gut zu erkennen. Hier sind noch einige teilweise reetgedeckte Fachwerkhäuser erhalten. Wichmannsburg kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Es erhielt seinen Namen von Wichmann Billung dem Älteren, gestorben 944. Er war Vasall Otto’s des Großen und ließ im Ort eine Burg erbauen.

Eine zweite Befestigung wurde auf dem linken Ilmenauufer errichtet, dessen Burgkapelle wahrscheinlich den Ursprung der alten Wehrkirche bildet.

Als Wichmann der Jüngere zum Reichsfeind erklärt wurde, gingen seine Wichmannsburger Besitzungen an das Kloster Kemnade, später an das Kloster Corvey und dann an das Kloster Medingen.
Vor dem zweiten Weltkrieg war Wichmannsburg ein kleines und beschauliches Dorf.

1966 wurde das bis dahin eigenständige Wichmannsburg Teilgemeinde der Samtgemeinde Bienenbüttel.

Menschliches Leben ist in diesem Gebiet allerdings schon früher nachweisbar. Stumme Zeugen hierfür sind die Hügelgräber aus der Bronzezeit am nordöstlichen Rand Wichmannsburgs auf halber Strecke nach Hohnstorf.

1628 gab es in Wichmannsburg 1 Vollhof und 9 Katen. 1940 gab es neben einem Baugeschäft, einem Dampfsägewerk und einem Kolonialwarenhändler noch elf bäuerliche Betriebe. Heute sind neben der Brennerei und einem Tabakwarenvertrieb nur noch fünf bäuerliche Nebenerwerbsbetriebe, sowie eine Schafzucht vorhanden.
Von den ca. 330 ha Fläche dienen ca. 260 ha der Land- und Forstwirtschaft, die jedoch heute hauptsächlich von Landwirten der umliegenden Dörfer bewirtschaftet werden.

Die Schaffung von Neubaugebieten hat zu einer kräftigen Erhöhung der Einwohnerzahl geführt.

Bereits seit ca. 1000 Jahren gehören die Ortsteile Bargdorf, Edendorf mit Solchstorf, Hohnstorf und seit 1978 Teile Bienenbüttels zum Wichmannsburger Kirchspiel. Zentrum ist die alte Feldsteinkirche in der Ortsmitte. Im Kern ist diese Kirche ein einschiffiger Bau mit Rundbogenfenstern. Das Kirchenschiff wurde später um einen Chor verlängert und um 1770 westlich um einen Fachwerkturm erweitert. Kernstück der Kirche ist der um 1520 aus Medingen stammende kunstvolle Schnitzaltar, der Wichmannsburg weit über die Grenzen Bienenbüttels bekannt gemacht hat.

Einwohnerzahlentwicklung

1823 140
1848 153
1880 145
1932 151
1949/50 351/161
2004 473