Varendorf

Der südlichste Ort der Gemeinde zählt mit dem benachbarten Bornsen zu den sieben Kleidörfern und liegt etwa 6 km von Bienenbüttel entfernt an der Kreisstraße nach Ebstorf.
Als ein nahezu geschlossenes Haufendorf ist der Ort auf einem Abhang südlich des Varendorfer Baches, der dem weiter östlich fließenden Bienenbütteler Mühlenbach zustrebt, angelegt worden.

Noch heute ist der Ort durch die Landwirtschaft geprägt. Fast alle Hofstellen, meist an der Durchgangsstraße gelegen, weisen große Grundstücke mit einem umfang­reichen Gebäudebestand auf. Das älteste Gebäude ist ein 1823 errichtetes Hallenhaus, neben dem 1856 das größere Wohnwirtschaftsgebäude (Hof Nr. 2) errichtet wurde.

Fachwerkscheunen, sowie die als sogenannte Rübenburgen in der Zeit um 1900 errichteten Ziegelbauten, prägen das Dorfbild. Neue Wohnhäuser entstanden zunächst an der Straße nach Rieste, dann in den letzten Jahren an der Straße nach Bornsen.

Fundstücke lassen erkennen, dass Menschen bereits in vorgeschichtlichen Zeiten hier lebten.
Erstmals wurde Varendorf im Jahre 1252 als Varenthorpe erwähnt und erhält 1320 dann durchgehend die Bezeichnung Varendorpe.

Der Ort, der der Kirchengemeinde Natendorf angegliedert ist und in dem das Kloster Ebstorf über einigen Grundbesitz verfügte, war bis 1859 dem Amt Ebstorf zugeordnet, kam über das Amt Medingen dann 1885 zum Kreis Uelzen.

Wegen der guten Qualität der Ackerböden, die noch heute rd. 400 Hektar umfassen, findet sich in der Feldmark kein geschlossener, größerer Baumbestand; die Varendorfer Bauern waren jedoch als Interessenten an der Wichmannsdorfer Forst beteiligt. Bisher ist die Landwirtschaft mit dem Getreide-, Kartoffel- und Zuckerrübenanbau für den Ort bestimmend. Während es 1953 noch acht Vollerwerbsbetriebe gab, wirtschaften heute drei Landwirte.

Die Einwohnerzahl Varendorfs war bis Ende des 2. Weltkrieges recht konstant, stieg dann jedoch an.

Die 1738 gegründete Schule wurde am 19. Juli 1972 geschlossen. Da es seit Jahren keine Gastwirtschaft mehr gibt, steht das 1977 errichtete Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Varendorf-Bornsen nun der Dorfgemeinschaft für Veran­staltungen zur Verfügung. Die Feuerwehr wurde am 4. Mai 1895 von 25 Interessierten gegründet und schloss sich 1973 mit der Wehr aus Bornsen zusammen. 1978 wurde eine recht aktive Jugendabteilung geschaffen.

Wanderer können die in der südwestlichen Feldmark gelegenen beiden Butenkaben (Außenschafställe) entdecken.

Einwohnerzahlentwicklung

1823 187
1880 192
1932 181
1949/50 322/147
2004 105