Rieste

Im südwestlichen Teil des Gemeindebereiches liegt Rieste. Wer aus Bienenbüttel Richtung Ebstorf fahren muss, nimmt die Strecke über Rieste.
In eine Senke gebettet wird die Siedlung umgeben von Nadel- und Mischwald, sowie landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Flächenvielfalt reicht vom ökologisch wertvollen Moor über sandige Areale bis zu einem der ertragreichsten Böden im Landkreis. Östlich wird die ca. 320 Hektar große Gemarkung vom Mühlenbach begrenzt, der später den Bienenbütteler Mühlenteich durchfließt. Von Ost nach West, durchfließt der Riester Bach den Ort und mündet in den Mühlenbach.

Rieste ist ein Haufendorf mit Bauernhöfen. Ergänzt wurde die frühere Struktur durch eine Schmiede, eine kleine Hofkate, eine Gaststätte, eine Sägerei und einen Lebensmittelladen.
Keines dieser Gebäude wird mehr in seiner ursprünglichen Funktion genutzt. Sie wurden im Verlaufe der Jahre überwiegend zu Wohnzwecken umgebaut. Heute sind ein landwirtschaftlicher Betrieb, eine Tischlerei, eine Zimmerei und ein Fliesenlegebetrieb am Ort. Eine anfangs als Wochenendgebiet begonnene Parzellierung ist inzwischen Siedlungsgebiet mit festen Wohnsitzen.
Das im Norden Richtung Bienenbüttel gelegene Freigelände der Sonnen- und Naturfreunde betont den Erholungscharakter des Ortes. Das gesellschaftliche Leben wird geprägt durch die Aktivitäten der Feuerwehr und des „Wanderclub“

Erste urkundliche Erwähnung findet sich als „Ryste“ 1310.
Den Ursprung des Ortsnamens führt man in einer Variante auf eine verkürzte Form von „Reisig-Stätte“ zurück. Eine weitere ist begründet durch ganze 50 archäologisch nachgewiesene Grabstätten, u. a. des riesen- oder hünenhaften Voksstammes der Langobarden in der Herleitung aus „Riesen-Stätte“. Die bedeutendste Entdeckung erfolgte 1890: Ein Riesengrab mit ca. 1000 Urnen bestatteter Langobarden. Dieser Fund wird in der nationalen und internationalen Archäologie als „die Stufe von Rieste“ bezeichnet.

Im Dreißigjährigen Krieg leiden die Höfe „unter den Schwedischen“ (Kriegern) und deren Verwüstungen sehr. Auch die „Franzosenzeit“ setzt dem kleinen Ort sehr zu. Erst zur Zeit der Verkoppelung um 1840 konnten sich die Höfe wirtschaftlich erholen und das ganze Dorf von Abgaben frei kaufen.

1905 wurde die örtliche Feuerwehr gegründet Sie leistet bis heute ihre Dienste am Nächsten und feierte mit Stolz 2005 ihr 100jähriges Bestehen – zeitgleich mit dem 900jährigen Bestehen des gesamten Ortes.

Alle vier Höfe einschließlich der kleinen Hofkate gaben den massiven strukturellen Veränderungen nach und konnten nur bis in die 80er Jahre ihren Betrieb aufrecht halten. Die ersten Ländereien wurden schon beginnend in den 60er Jahren  zum größten Teil von einem Saatzuchtbetrieb übernommen, der seinen Betriebshof am Ort errichtete. Er bewirtschaftet mit anderen umliegenden Pächtern die Riester Ackerflächen. Die meisten erwerbstätigen Riester Bürger sind Pendler.

Geschichtlich zeichnet sich das Dorf durch die geschilderten bedeutsamen und wertvollen archäologischen Funde aus. Leider sind die Stätten und Funde durch Raubbau und die Kriegszerstörung der Exponate im Heimatmuseum Uelzen nicht mehr vorhanden. Aufzeichnungen, Dokumente und andere Funde sind jedoch noch in einem örtlichen Familienmuseum erhalten.

Ein buchstäblicher Höhepunkt ist die Aussicht am Mühlensteg (Hof Schlote), die man von einem der höchsten Punkte in der Gemeinde mit 81 m ü NN genießen kann. Hier zeigt sich die gar nicht so „platte“ Heidelandschaft von einer ihrer schönsten Seiten und lädt ein zum Spaziergang in die gleich angrenzende Staatsforst.

Einwohnerzahlentwicklung

1823 62
1848 89
1880 126
1932 129
1949/50 308/131
2004 225