Niendorf

Niendorf liegt 3 Kilometer nordöstlich von Bienenbüttel und ist über die Kreisstraße 42 zu erreichen. Der Ort liegt in der Mitte zwischen der llmenau und dem Elbe-Seitenkanal an der Kreisgrenze zu Lüneburg.

Er wird im Norden von Waldgebieten und dem Übungsgelände der Bundeswehr umgeben. Im Nordwesten grenzt die Gemarkung an Hohenbostel.

Im Nordosten ist der Elbe-Seitenkanal die Grenze, hinter dem der Nachbarort Wulfstorf liegt. Im Südosten fließt der Vierenbach. Der kleine Bach, der Hadgenbeck, der durch Niendorf fließt, entspringt in einem Wald, dem Bullenbusch.

Eine Einordnung der Ersterwähnung von Niendorf ist etwas schwierig, da es in dem Gebiet des Landkreises Lüneburg 6 Dörfer, im Landkreis Uelzen noch mal 2 Dörfer mit diesem Namen gibt. Für das Jahr 822 spricht, wann das dort aufgeführte „villis Nienthorpe“ unser Niendorf ist. Wenn dieses zugrunde gelegt wird, lassen sich die beiden Vollhöfe mit jeweils an 2 Tagen in der Woche zu leistenden Spanndiensten, der Halbhof und frühere Kötner mit einem Tag, hier gut einfügen. Diese 3 Höfe sind ab etwa 1650 für 300 Jahre belegt.
Wenn Niendorf als Rundling anerkannt wird, ist die Gründung auf 1150/60 zu legen. Dazu passen dann die im Winsener Schatzregister aufgeführten 3 halben Plog Höfe, aber kein Vollhof.

Diese Analyse besagt, das Niendorf aus 2 Dörfern bestehen könnte, ein frühes sächsisches und ein späteres Dorf mit slawisch-wendischer Bevölkerung.

Die in der Kurhannoverschen Landesaufnahme genannte Zahl von 4 Feuerstellen ist eine Verwechselung mit Wulfstorf.

Es ist davon auszugehen, dass im Gegensatz zu „Drögennindorf“, das sogenannte „Nassenniendorf“ das hiesige ist. Dafür sprechen die das Dorf von 2 Seiten umgebenden großen Moorfiächen.
Die Verbindungsstraße nach Bienenbüttel führte bis um 1830 etwa 500m südlich an Niendorf vorbei. Nach dem Krieg entstanden 2 Straßensiedlungen.

Die großen Waldflächen bestehen überwiegend aus Kiefern, in den Moorgebieten sind es Erlen. Die Erlen und Kiefern haben sich zum großen Teil aus Anflug entwickelt, ab 1900 erfolgte aber auch eine Aufforstung nach forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Die älteste bekannte Erwähnung von „villis Nianthorpe“ geht auf die Zeit um 822 zurück. Das über Jahrhunderte sehr kleine Dorf bestand aus zwei Höfen und einer Kötnerstelle. Die Siedlungsform ist ein Rundling, der auf eine Gründung durch Wenden schließen lässt. Drei Gehöfte bilden den Ortskern. Zwei Bauernhäuser stehen mit dem Giebel zur Mitte. Ein Bauernhaus ist abgebrannt und wurde in einer anderen Richtung wieder aufgebaut.

Die Hauptstraße führt an dem Ortskern vorbei. Nach dem Krieg entstanden zwei Straßensiedlungen. Alte Flurbezeichnungen sind: Der Schwarze Berg, Fahlenmoor, Viermoor, Sprötzenheide, Achterfeld, Rückbeck, Mittelfed, Hukobenfeld, Stötbrück, Wischhof, Auf dem Hähnchenkamp, Auf der langen Heide, Auf dem alten Brande, Auf dein Bullenkamp, Der Schäferberg.

Niendorf liegt in einer kleinen Senke. Das Ackerland besteht vorwiegend aus Sandboden. Bruchstreifen säumen Feuchtstellen, besonders das Vierenbachtal. Zuvor gab es Heideflächen im Norden, die eine Sicht bis Lüneburg ermöglichten. Die Heideflächen entstanden durch die Abholzung der Eichenwälder.

Einer von ehemals vier Schafställen existiert noch. Südöstlich von Niendorf wurde früher im Vierenmoor Torf gestochen. Die durch den Torfabbau entstandenen Kuhlen sind voll Wasser gelaufen und verlanden. In diesem Moor liegt als Überbleibsel aus der Eiszeit eine etwa sechs Meter hohe Endmoräne, der Schwarze Berg.

Drei Höfe bilden noch immer den Qrtskern. Obwohl Niendorf mit zwei Höfen und einer Kote sehr klein war, war im Dorfe als Instanz des Bienenhütteler Vogts ein Untervogt ansässig. Es war der Kötner, der auch für Hohenbostel und Dieksbeck zuständig war. Die Hofgrößen haben sich seit der Verkoppelung zum Teil durch Verkauf geändert. Heute gibt es nur noch einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb.
Das älteste Fachwerkhaus stammt aus dem Jahre 1785.
Niendorf gehört zum Kirchspiel der Michaeliskirche zu Bienenbüttel.

Wander- und Radwanderwege befinden sich im Waldgebiet und beiderseits des Elbe-Seiten-Kanal.

Sehenswert ist der historische Rosen- und Bauerngarten.

Einwohnerzahlentwicklung

1823 42
1848 63
1880 145
1932 68
1953 143/76
2004 102