Grünhagen

Grünhagen liegt 3 km nördlich von Bienenbüttel an der stark befahrenen Bundesstraße 4. Sie und der aus Eitzen kommende Forellenbach, der in Grünhagen in die Ilmenau fließt, durchschneiden den Ort.

Nur wenige Gebäude aus dem 18. Jh., die zum Kloster St. Michaelis zu Lüneburg gehörten, sind noch erhalten. Dazu gehört ein ehemaliges Herrenhaus, das heutige Landhaus Grünhagen und das ehemalige Forsthaus. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befanden sich die Nebengebäude der Wirtschaftsbetriebe. Diese Gebäude sind kaum noch erhalten oder so umgebaut, dass sie als solche nicht mehr zu erkennen sind.

Es gab dort ein Vorwerk nebst Schäferei, eine Förster- und Vogtswohnung und ein Krug- und Brauhaus. Außerdem existierten noch vier Ackerhöfe, zwei Hirtenkoten und ein Schulhaus. Eine alte Ziegelei, in der auch die sogenannten „Zungensteine“ als Dachziegeln gebrannt wurden, musste 1830 abgerissen werden.

Der Abt Ulrich von Bervelde vom Michaeliskloster ließ 1350 eine Kapelle bauen. Es entstand auch ein Abtshaus, das später als Sommersitz genutzt wurde. Die Kapelle wurde 1702 abgerissen. Die fast 500 Jahre alte Glocke hängt seitdem in der Michaeliskirche in Bienenbüttel.

Grünhagen wird erstmals 1252 als Boythelendorpe urkundlich erwähnt. 1324 wurde es von Herzog Otto dem Kloster St. Michaelis zu Lüneburg geschenkt und zwar als „Gronehaghen, que olim villa Slavica et Boytelendorpe vocabatur“ (einst ein slawisches Dorf und Boytelendorpe genannt).

Von 1578 bis 1580 wurde das Abtshaus in ein Schloss umgewandelt, wobei die Kapelle einbezogen wurde. 1982 fand man bei Bauarbeiten am Landhaus Grünhagen Tonscherben und Eichenbalken aus dem Jahre 1580.

Bei der Bildung der Landkreise 1884/85 wurde Grünhagen dem Landkreis Lüneburg zugeordnet.

Nach dem zweiten Weltkrieg bauten sich zwei Lüneburger Familien aus Wohnungsnot in einer Sandkuhle am Wege nach Eitzen ein Haus aus Kiefernstämmen und Brettern, das eher einem Unterstand oder Bunker glich. Andere gesellten sich dazu. Es entstand eine Bunkersiedlung, der Ortsteil Bunkershausen. Durch den Bau von Familienhäusern wuchs Grünhagen zu einem kleinen Ort heran und die Einwohnerzahl stieg.

Zu Beginn der 50er Jahre wurde in einer Sandgrube nach Öl gebohrt. Doch es kam alles anders: Statt des erwarteten braun-schwarzen Goldes spritzte eine Wasserfontäne in den Himmel. So lief die Sandkuhle voll und ein See entstand. Man legte Drainagen und baute Gräben und ließ den See in die Ilmenau abfließen. Heute ist der See versiegt und das Siedlungsgebiet Gartenstraße entstand ein neues Wohngebiet. Neben der Moorkoppel ist ein Schwalbenberg und zur Breetz entstanden.

In Grünhagen wird keine Landwirtschaft betrieben. Eine Sägerei, der letzte Gewerbebetrieb, existiert nicht mehr. Die Bewohner Grünhagens arbeiten in der Umgebung, zum Teil auch in Hamburg.

In der neueren Zeit haben sich zwei Fischräuchereien, ein Antiquitätenhandel und ein Gastronomiebetrieb niedergelassen.

Wer Grünhagen näher kennen lernen möchte, nimmt den Wanderweg von Bienenbüttel entlang der Ilmenau. In der früheren Klosterforst erinnert ein großer Findling an den Förster Georg, der diesen Wald neu anpflanzen ließ.

Im alten Forsthaus wurde am 9. September 1813 dem damaligen Klosterförster Engelhard ein Sohn geboren – der später Bildhauer Friedrich Wilhelm Engelhard. Zu seinem besten Werk zählt das Marmordenkmal der Kurfürstin Sophie im Park des Schlosses Herrenhausen in Hannover.

Einwohnerzahlentwicklung

1823 144
1848 148
1880 112
1932 97
1949/50 220/136
2004 299