Eitzen I

Eitzen, seit einer Kreisreform zusammen mit Bardenhagen, liegt eingebettet in einem Urstromtal, inmitten einer bewaldeten Hügellandschaft westlich von Bienenbüttel. Die Ausweisung des größten Teils der Feldmark zu Land- und Naturschutzgebieten zeigt, dass hier eine intakte Landschaft erhalten geblieben ist. Ein besonders Kleinod sind die westlich der L233 gelegenen Dümpelkuhlen (6 Erdfälle bis zu 20m Tiefe). Entstanden sind diese durch Ausspülungen der Lüneburger Salzgewinnung.

Eine frühe Besiedlung Ausgangs des Neolithikums, ebenfalls westlich der L 233, wird belegt durch Hügelgräber und das Totenhaus in Bardenhagen. Ein weiterer Nachweis sind zahlreiche Bodenfunde, die beim Bau der beiden Gasleitungen (Asche-, Pfahlbaureste, Vorratsgruben, irdene Artefakte etc.) gemacht wurden.

Der Ortsname Eitzen entwickelte sich von Edessen, Eyshusen, Eysen, Eytzen zu Eitzen. Eyshusenwird erstmals 1252 im Urkundenbuch zu Verden1, Nr. 433 schriftlich fixiert. Die Ortsbezeichnung Bardenhagen geht auf die Langobarden oder deren Nachfolger, die Bardonen, zurück.

Im 12. Jahrhundert gelangten die Lehnshöfe in Eitzen in den Besitz der Stadt Lüneburg, später in den des Buügermeisters (von der Sulten). Dieser verkaufte sie an den Abt Ulrich (von Bervelde) vom Michaeliskloster. Er vererbte sie gegen sein Angedenken endgültig an das Kloster. Der Lehnsort Bardenhagen gehörte ursprünglich zum Rittergut Barnstedt. Er gelangte durch Kauf an das Kloster Corvey, später durch Tausch an das Kloster Ebstorf. Dort existierten 1 Vollhof und 1 oder 2 Koten. Im 14. Jahrhundert wurde der Ort durch einen Pestzug zur Wüstung. Danach fasste man die Flächen zu einem Hof zusammen, seitdem spricht man vom Gut Bardenhagen.

Die relativ große Feldmark Eitzens ist durch die Übernahme von Teilen der Siedlung 'Rammeshorn' zu erklären. Der Raubbau an den Waldflächen durch den Lehnsherrn (Saline, Schiffsbau) führte zur Entstehung großer Heideflächen. Diese waren nur nutzbar für die Heidschnuckenhaltung und die Plaggenwirtschaft. Erst mit der Allmendeteilung (1841 und 1844) ging es mit der Landwirtschaft bergauf. Eitzener Bauern leisteten bezüglich Wiederaufforstung Pionierarbeit. Das trifft auch auf Viehzucht und Ackerbau zu. Sie waren außerdem maßgeblich an der Gründung der Zuckerfabrik beteiligt.
Das Gut Bardenhagen war bis 1952 ein bekanntes Gestüt und ist seitdem Anzuchtstätte für die VSE.

Eitzen zeichnet sich durch eine aktive Dorfgemeinschaft aus (Feuerwehr, Sportgruppen, Kulturveranstaltungen). Etwa die Hälfte der Bewohner sind zugezogen, in der Regel junge Familien mit Kindern. Die Mehrzahl der Berufstätigen sind Pendler. Sie arbeiten in Lüneburg, Hamburg, Uelzen oder Bad Bevensen.

Die landwirtschaftlichen Ackerflächen werden zur Zeit von 2 Haupterwerbsbetrieben bewirtschaftet, Grünlandflächen sind an Auswärtige verpachtet.

Weitere Informationen zum Ortsteil finden Sie unter www.eitzen1.de.

Einwohnerzahlentwicklung

1823 101
1848 131
1880 133
1932 158
1949/50 397/216
2004 193
2016 204