Bornsen

Bornsen, ca. 7 km südwestlich von Bienenbüttel in einer abwechslungsreichen, hügeligen Landschaft am Rande der Wichmannsdorfer Forst gelegen, stellt ein Haufendorf dar. Der in einer Wiesenniederung entspringende Bach, der mit dem Begriff „Born“ = Quelle auch Namensgeber des Ortes ist, teilt das Dorf in zwei nahezu gleich große Teile.

Die Gebäude der acht Hofstellen bestimmen mit ihren großen, meist mit alten Eichen und Buchen bewachsenen Grundstücken das Ortsbild. Besonders der frühere Meierhof stellt noch heute eine ausgedehnte Hofanlage dar. Deren Gebäude stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die noch vorhandenen, hölzernen Speicher aus dem 18. Jahrhundert.

Im südlichen Ortsteil ist noch ein aus dem Jahre 1851 stammender Fachwerkspeicher zu entdecken. Vorgeschichtliche Gräberfunde lassen auf eine alte Besiedlung schließen. Erstmals erwähnt wird er 1190 als Bornesen.

1190 – Bornesen, 1252 - Bornessen, 1309 - Bornsen, 1400 - to dem Bornen

Der Ort, in dem das Kloster Ebstorf und heimische Adelsfamilien über Grundbesitz verfügten, wurde zunächst vom Amt Ebstorf verwaltet und kam 1885 zu dem neu gebildeten Kreis Uelzen.

In der Feldmark findet sich – wie im Nachbarort Varendorf – der aus der letzten Eiszeit stammende, fruchtbare Flottsand, ein gelblich bis brauner, schichtungsloser Feinsand, der dazu tonige Teile enthält und frei von Steinen und hervorragend für die Humusbildung geeignet ist. Da dieser Boden bei feuchtem Wetter klebrig wird, hat er auch die Bezeichnung „Klei“ – etwa Kleber – erhalten. Daher wird Bornsen auch zu den sieben Kleidörfern Barum, Seedorf, Golste, Natendorf, Oldendorf II und Varendorf gerechnet. Die Klebrigkeit des Bodens führte dazu, dass in früheren Jahrhunderten die großen Frachtwege und Heerstraßen weit entfernt vom Ort verliefen. Dieser blieb so bei kriegerischen Ereignissen oft vor Schäden bewahrt, liegt heute abseits von Durchgangsverbindungen.

Viele der acht landwirtschaftlichen Betriebe befinden sich seit Generationen in Familienbesitz. Bewirtschaftet wird eine Gesamtfläche von ca. 600 Hektar. Die Beteiligung an der nahegelegenen Forst um Wichmannsdorf war in früherer Zeit für die Gewinnung von Brenn- und Bauholz wichtig.

Aus dem Ort stammt der am 21. November 1857 geborene Wilhelm Krüger, der, trotz täglicher Arbeit im Haus und auf dem Feld, allein das Wissen für das in Lüneburg ablegte Abitur erwarb. Er studierte in Halle und Freiburg/Breisgau und machte sich in Halle als Assistent in der landwirtschaftlichen Versuchsstation einen Namen. Das bewog die niederländische Regierung, ihn für den Aufbau einer Versuchsstation für Zuckerrohr auf Java zu gewinnen. Krüger kehrte nach sechs erfolgreichen Jahren nach Halle zurück, wo er bahnbrechende Erkenntnisse für den Zuckerrübenanbau auf leichten Böden gewinnen konnte. 

Die Einwohnerzahl von Bornsen war über Jahrzehnte recht konstant: 1823 - 129 Personen, 1880 – 144, 1932 – 120, 1949 - 299, davon 129 Einheimische, 2004 - 89.

Die bereits im 18. Jahrhundert bestehende Schule musste 1829 erneuert und um 1870 vergrößert werden. 1929 wurde die Schule geschlossen; die wenigen Schulkinder gingen zum Unterricht nach Varendorf. 1973 entstand die heutige Freiwillige Feuerwehr Varendorf – Bornsen.

Das weit entfernte Kirchdorf ließ bereits früher den Wunsch nach einem eigenen Friedhof aufkommen. Umgesetzt wurde er 1956: ein in der Feldmark stehender Schafstall wurde zu einer Kapelle umgebaut und um ihn herum eine würdige Ruhestätte für die Toten geschaffen.
Hundert Jahre nach der Völkerschlacht von 1813 bei Leipzig, stellten die Bewohner einen Gedenkstein für die aus dem Dorfe stammenden Gefallenen auf.

Zu Bornsen zählt auch Wichmannsdorf, heute ein Forsthof. Neben Beverbeck und Wulfstorf gehörte der frühere Ort zu den ältesten Dörfern der Gemeinde Bienenbüttel: 1006 wird er als Vuiganthorp, dann ab 1294/95 mit Wichmannstorpe urkundlich erwähnt. Forscher ordnen ihn dem alten Besitz der Billunger zu, der dann dem in Lüneburg ansässigen Kloster St. Michaelis überlassen wurde. Das Dorf, das ursprünglich mehrere Hofstellen beherbergte, fiel früh wüst. Versuche des klösterlichen Grundherrn, eine Wiederbesiedlung zu erreichen, schlugen fehl, sodass nur ein Vorwerk errichtet werden konnte, auf dem überwiegend Schafzucht betrieben wurde.

Die alte Dorflage befand sich von dem heutigen Gehöft rund 800 m entfernt im Wald und ist noch durch verwilderte Obstbäume erkenntlich.

Einwohnerzahlentwicklung

1823 129
1848 149
1880 144
1932 120
1949/50 299/129
2004 89